Herzlich willkommen beim Allgäuer Wirtschaftsmagazin

Johannes Jais (Redaktion)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Reformen, Änderungen, Neuerungen – in der Politik sind dies viel strapazierte Begriffe. Aber auch in Wirtschaftskreisen werden solche Wörter gern in den Mund genommen. Eine kleine Reform – oder nennen wir es eine innovative Neuerung – steht auch beim Allgäuer Wirtschaftsmagazin an. Gemeint ist der neue Stellenmarkt in unserem Magazin, bei dem vor allem Führungskräfte in den Fokus rücken. Die zusätzliche Rubrik: sozusagen eine kleine »Reform« im Jahre vier unseres Erscheinens.
Kommen wir zu einer großen Reform: 40 Jahre ist es her, dass in Bayern Landkreise zugeschnitten oder zusammengelegt wurden. Aus ehemals 143 Gebietskörperschaften sind zum 1. Juli 1972 genau 71 größere Landkreise geworden.

Die Reform, die immer mit dem Namen des früheren bayerischen Innenministers Bruno Merk in Verbindung gebracht wird, hat zwischen Lech und Bodensee zu großen Veränderungen geführt. Landkreise wie Sonthofen, Kempten, Memmingen, Kaufbeuren, Marktoberdorf, Füssen oder Schongau im angrenzenden Oberbayern sind in größeren Einheiten aufgegangen.


Lindau, ehemals kreisfrei, ist seit 40 Jahren Große Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis, der mit knapp 80000 Einwohnern deutlich kleiner ist als die übrigen Landkreise in der Region.

Was hat die Gebietsreform gebracht? Zunächst mal drei Landkreise, die das Allgäu im Namen tragen. Und zwei Kennzeichen, die von keiner Stadt abgeleitet werden können: OA steht fürs Oberallgäu und OAL fürs Ostallgäu. Wie schön, dass es im Unterallgäu beim MN geblieben ist, wenngleich ein Legauer oder ein Bad Grönenbacher, 40 Kilometer von der Kreisstadt entfernt, sich kaum mit der Mindelheimer Abkürzung anfreunden mag.

Die Politik hat mit der Verwaltungsreform – von 1972 bis 1978 sind von knapp 7000 Kommunen noch gut 2000 übrig geblieben – Operationen im großen Stil vorgenommen. Leider ist der Eingriff nicht allen Patienten gut bekommen. Denken wir an die kreisfreie Stadt Kaufbeuren und an den Landkreis Ostallgäu, denen der Klinikverbund in der bisherigen Form ständig Bauchweh und große Sorgenfalten bereitet, weil er jährlich ein hohes Defizit verursacht. Nach der Entscheidung des Verwaltungsrates, das Marktoberdorfer Krankenhaus zu schließen, und nach dem knapp gewonnenen Bürgerentscheid vom Frühjahr 2012, dass der Landkreis aus dem Verbund der Kliniken austreten soll, ist die Situation verfahrener denn je.

Bleibt abzuwarten, wie die Krankenhauslandschaft im Ostallgäu in einigen Jahren aussehen wird. In Kaufbeuren ist das umfassende Angebot einer Schwerpunktklinik mit einer Fülle von Disziplinen schon vorgezeichnet. Aber in den vier anderen Krankenhäusern? Eines ist klar: Der Weg zur Spezialisierung ist unvermeidbar. Aber es darf zu keiner falsch verstandenen Zentralisierung kommen. Dass für alle Patienten der OAL-Kliniken – sogar im 40 Kilometer entfernten Füssen – das Essen von der Zentralküche aus Kaufbeuren herangekarrt wird, sorgt doch für einen bitteren Beigeschmack mit Blick auf das gern zitierte Patientenwohl. Man könnt’ grad meinen, die Benzinkosten spielen dabei keine Rolle.

Trotz hoher Spritpreise wird 40 Jahre nach der Landkreisreform ein nostalgisch anmutendes Treffen vorbereitet. In Bernbeuren kommt es zu einem Stelldichein mit Autos/Oldtimern, die noch ein Kennzeichen mit MOD, FÜS oder SOG haben. Das sind die drei ehemaligen Landkreise, die früher angrenzten und mit der Gebietsreform die Kennzeichen verloren haben. Treffpunkt ist am Samstag, 2. Juni, um 15 Uhr vor der Auerberghalle.

Mit welchen Beiträgen wir in dieser Ausgabe des Allgäuer Wirtschaftsmagazins »auf-fahren«? Seien Sie gespannt und informieren sich auf den nächsten Seiten im Inhaltsverzeichnis. Es sind Berichte über viele innovative Unternehmen, die bei all den politischen und gesellschaftlichen Reformen gesund dastehen. Beiträge über Unternehmen, die in den Landkreisen vom Lech bis zum Bodensee ihre Wurzeln haben und die sich Reformen nicht verschließen.

Haben Sie ein Anliegen zu unserem Magazin? Kritik oder »Reform«-Vorschläge? Dann lassen Sie uns das wissen – am besten per E-Mail an info@tt-verlag.de. Wir sind gespannt, wünschen aber zunächst eine informative, interessante Lektüre mit dieser Ausgabe des Allgäuer Wirtschaftsmagazins.

Ihr Johannes Jais
Redaktion